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Langstrecke mit dem Elektroauto

Die ersten größeren Fahrten mit unserem Tesla Model 3 sind hinter uns gebracht und ich dachte mir, ich schreibe mal ein paar Sätze dazu wie die Langstrecke mit dem Elektroauto so ablaufen kann.

Langstrecke ist ja immer ein sehr subjektiver Begriff. Für Außendienstmitarbeiter welche jährlich 60.000 km fahren sind 1000 km kein Problem. Für andere, welche quasi nur in der Stadt unterwegs sind, fangen lange Strecken schon ab 100 km an.

In unserem Fall ging es an einem Wochenende ca. 580 km nach Potsdam und eine Woche später ca. 650 km nach Österreich an den Attersee. Jeweils einfache Strecke. Zwar nicht sooo weit, allerdings weit genug um diverse Erfahrungen sammeln zu können.

Die meisten Elektroautos haben ein Navigationssystem eingebaut welche auch die entsprechenden Ladeorte und -zeitpunkte berechnen. Im Optimalfall natürlich auch wie lange am nächsten Ziel geladen werden sollte.

Auf unserer Fahrt nach Potsdam haben wir uns primär an das System von Tesla gehalten. Dies schlägt grundsätzlich wenige, dafür längere Pausen zum Laden vor. Entsprechend gibt es zwar mal einen kurzen Stop für 10 – 20 %, allerdings nur um dann beim nächsten bis 80, 90 oder gar mal 100 % aufzuladen. Dies soll eine durchfahrt bis zum Ziel gewährleisten.

Die Idee ist grundsätzlich nicht schlecht, allerdings gibt es diverse Supercharger die etwas abseits liegen und eine Rast in Kombination mit einer Mahlzeit schwierig machen. 40 min warten um auf 90 % zu laden, macht nicht so viel Spaß.

Vorbereitung ist alles

Nach Österreich haben wir uns dann einen Routenvorschlag von „A better Routeplanner“ angeschaut und diesen umgesetzt. ABRR verfolgt das Ziel viele, dafür kurze Stops zu machen. Am besten natürlich so, dass die maximale Ladeleistung des Fahrzeuges genutzt werden kann. Die Verbrauchswerte von ABRR sind auch ganz gut, sodass man sich ziemlich sicher sein kann auch an der nächsten Ladestation gut anzukommen.

Langstrecke mit dem Elektroauto
Langstrecke mit dem Elektroauto ist kein Problem mit einer guten Vorbereitung. (Screenshot „A Better Routeplanner“)

A pro pos Ladestation:
Wir als Tesla Fahrer haben ja den Vorteil das SuperCharger Netzwerk nutzen zu können. In Hauptreisezeiten ist das allerdings nicht unbedingt ein Vorteil. Während die meisten Charger von EnBW, Ionity oder Fastend fast leer sind, stehen die Teslas an den SuperChargern schon gern mal Schlange. Das sollte man natürlich immer mit einplanen.

Zudem teilen sich immer zwei Stals (so bezeichnet Tesla die einzelnen Säulen) die Infrastruktur. Heißt, steht ein zweiter Tesla direkt daneben, bekommt man nicht die volle Geschwindigkeit.

Gerade auf der Rückfahrt machten wir diese Erfahrung. Unser Stop wurde anstatt 20 min, 35 min lang. Den direkt daneben stehenden e.on-Charger hätten wir mit EnBW-Kundenkarte nutzen können. Die kWh wäre dort nur ca. 3 Cent teurer gewesen, bei 40 kW Ladung gerade mal 1,20 Euro. Für mich kein Grund unnötig zu warten. Aber genau diese Erfahrungen muss man am Anfang erst einmal machen um dann für die Zukunft zu lernen.

Manche Menschen, ey!

Langstrecke mit dem Elektroauto bedeutet aber auch, sich über ignorante andere Menschen aufzuregen. Gern stehen mal andere Fahrzeuge über zwei Parkplätze oder mal quer davor, damit keiner mehr an die Ladepunkte heran fahren kann. Zumeist sind das Leute die ein Auto mit Verbrennungsmotor fahren, aber nicht immer!

Die Ignoranz der anderen E-Auto-Fahrer wird immer größer. Glücklicherweise trifft man keinen Plug-In Hybrid Fahrer an den Schnellladern. Diese bestimmte Gruppe nutzt die Ladepunkte gern mal nur als kostenfreien Parkplatz.

Das eine Langstrecke mit dem Elektroauto gern mal, zeitlich, länger dauert sollte einem bewusst sein. Mit guter Ladestrategie hat unsere Fahrt nach Österreich nicht wesentlich länger gedauert. Diese Strecke fuhren wir schon sehr häufig und haben entsprechend auch Referenzierte. Für die knappen 650 km brauchten wir anstatt sonst übliche ca. 6 Stunden ca. 7 Stunden. Dafür kamen wir aber auch wesentlich entspannter an.

Für uns als Neulinge in der Elektromobilität waren es spannende Fahrten mit ein paar lehrreichen Erkenntnissen, aber wir merkten, dass mit einem langstreckentauglichen Elektroauto dies überhaupt kein Problem darstellt.

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